Teil 2 - Der Weg zur Homöopathie
ALFONS VEN (°1939) im Gespräch WILLEM DE RIDDER 1996
Alfons: Dann erzählte mir eines Tages eine Frau von
einem guten Homöopathen. Auch das war vor 30
Jahren noch neu. Ich wohnte in Antwerpen. Dort
praktizierte ein Homöopath, der eine lange Warteliste
hatte. Er war der Leiter der homöopathischen
Vereinigung und wirklich gut. Er war bereits im
Ruhestand, aber weil sie behauptete, dass er mir
sicher helfen könne, versuchte ich, mit ihm Kontakt
aufzunehmen. Die Arzthelferin erklärte mir
Willem: Sonst gab es niemanden, der Ihnen hätte helfen
können?
Alfons: Nein. Ich habe alles versucht. Als Ingenieur
und Wissenschaftler glaubte ich ja an die Wissenschaft
und die Schulmedizin. Schulärzte waren in
meinen Augen die Besten: Die wussten genau, was
sie taten. Als ich mich also an den Homöopathen
wendete, tat ich das ohne allzu große Hoffnungen.
Eigentlich wusste ich, dass es nicht funktionieren
konnte. Die Medikamente sind doch verdünnt. Da
ist doch nichts drin. Das wusste ich alles.
Dennoch ging ich hin, und der Mann war sehr ehrlich
zu mir. „Ich kann Ihnen nicht helfen“, sagte
er bedauernd. „Ihr Problem liegt jenseits meiner
Möglichkeiten. Mit meinen Mitteln kann ich Ihre
Beschwerden bestenfalls etwas lindern.“ Und das
tat er auch. Er verschrieb mir ein paar Präparate,
und ich fühlte mich ein ganz klein wenig besser.
Aber glauben Sie mir: Wenn man völlig am Boden ist, bedeutet ein ganz klein wenig schon unermesslich
viel.
Willem: Ja, das stimmt.
Alfons: Ich fühlte mich also etwas besser, doch der Homöopath
blieb dabei, dass er mir nur Linderung
verschaffen, mich aber nicht heilen könne. Ich war
auch dafür dankbar. „Vielleicht könnte psychiatrische
Homöopathie bei Ihnen etwas mehr bewirken“,
vermutete er, „doch da kennt sich kaum einer
drin aus.“ Vor dreißig Jahren war so etwas komplett
neu. In Lyon, erzählte er, hätten zwei französische
Mediziner. Vater und Sohn, mit psychiatrischer Homöopathie
experimentiert. Sie hätten eine kleine
Klinik geführt, wo sie sogar Drogenabhängige erfolgreich
behandelt hätten. Von ihrer ganzen Arbeit
sei jedoch nur ein Manuskript übrig geblieben.
Vielleicht könne diese Behandlungsmethode mir
ja helfen, sagte er und riet mir, das Manuskript
zu beschaffen und es zu versuchen. Da ich jedoch
nicht in der Lage war zu reisen, bat ich Freunde
um Hilfe – zu jener Zeit war alles zuviel für mich,
und außerdem litt ich unter verschiedenen Phobien,
darunter auch der Angst vorm Reisen. Am Ende
gelangte das Manuskript aber tatsächlich in meine
Hände. Ich las es, probierte es aus, und machte
wieder einen kleinen Fortschritt.
Willem: Sie haben das Manuskript also angewendet?
Alfons: Ich begann es zu benutzen, gemäß ihrer Instruktionen.
Da ich selbst nicht in der Lage war, zur
Apotheke zu gehen, bat ich Freunde, diese und jene
Präparationen machen zu lassen. Wiederum machte
ich kleine Fortschritte, und dafür war ich dankbar.
Obwohl es zwar nicht ganz das war, was ich mir erhofft
hatte, war es natürlich besser als nichts.
Die Homöopathie war mir zu jener Zeit eigentlich
immer noch suspekt. Als Wissenschaftler konnte
ich da bestenfalls dran glauben. Aber trotz meiner
inneren Vorbehalte kam ich nicht umhin, die positiven
Ergebnisse zu bemerken. Als meine Kinder
krank wurden, ließ ich sie ebenfalls homöopathische
Mittel nehmen, und sie halfen auch ihnen. Und ehe
ich mich versah, war ich plötzlich von Rat suchenden
Menschen umgeben, die von meinem Fall gehört hatten und von den Dingen, die ich einsetzte. Sie
sagten sich: „Wenn das bei ihm gewirkt hat, warum
nicht auch bei mir?“ Und innerhalb kurzer Zeit
besaß ich plötzlich ein therapeutisches Zentrum in
Antwerpen. Wir bezeichneten es als eine Art biologisches
Zentrum und wir setzten Homöopathie ein,
die jedoch von einem regulären Arzt verschrieben
wurde.
Willem: Denn Sie selbst waren ja kein Mediziner.
Alfons: Richtig. Der Arzt machte die klinische Arbeit.
Er nahm z.B. die Untersuchungen vor, denn mir
war klar, dass früher oder später etwas schiefgehen
würde, wenn die Patienten nicht professionell
untersucht wurden. Mit der ärztlichen Diagnose
sorgte ich dann für die homöopathischen Rezepturen.
Es war eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.
Wir hatten richtig Erfolg, aber mir selbst ging es
immer noch nicht viel besser. Die Anerkennung der
Menschen, denen ich helfen konnte, hatte meinem
Leben zwar einen Aufschwung gegeben, doch gesund
war ich noch immer nicht.
Willem: Das heißt, Sie waren ein kranker Arzt, der
andere heilte.
Alfons: Ja, ein Kranker, der andere heilte. obwohl er
sich selbst nicht heilen konnte. Ich hatte mich lediglich
ein wenig besser unter Kontrolle. Als ich das
Zentrum leitete, nahm ich statt normaler Medikamente
homöopathische Mittel. Die waren sanfter
und fast ohne Nebenwirkungen. Körperlich machte
ich also ein paar Fortschritte, aber nicht was
meine Identität und meine Lebensqualität betraf.
Ich war nicht in der Lage, die tieferen Schichten
meines Problems zu durchdringen und den Kern
allen Übels zu erreichen.
Willem: Das heißt Sie hatten Identitätsprobleme?
Alfons: Ja, ich war mir selbst ein Fremder und das war
entsetzlich. Wenn mir damals jemand gesagt hätte:
„Sie können in acht Wochen gesund und aller Ihrer
Probleme ledig sein, wenn ich Ihnen dafür alle Knochen
brechen darf“, dann hätte ich geantwortet: „Na
los, fangen Sie an!“ Denn nach acht Wochen wäre
ich erlöst gewesen. So aber hatte ich das Gefühl,
dass es vielleicht für immer so bleiben könnte.
Eines Tages bat mich ein Ehepaar um Hilfe. Ihr
Sohn war sechs Jahre alt, und zwei Psychiater hatten
ihn für besessen erklärt. Ich bat meinen Mitarbeiter,
diese Geschichte nachzuprüfen. Denn in
der heutigen Zeit – wer glaubt da schon an Dämonen?
Die beiden Psychiater bestätigten aber alles:
„Ja, wir sind Ärzte an der Katholischen Universität.
Der Mensch hat Körper, Geist und Seele. Der
Geist ist unser Bereich; die Seele aber – die im Fall
dieses Jungen betroffen ist – ist das Gebiet eines
Priesters. Wir beide empfehlen einen Priester, weil
der Junge besessen ist.“
Ich bat die Eltern, ihren Sohn herzubringen. Und
tatsächlich: Er kletterte meine Gardinen hoch, er
riss alles herunter und zerschmetterte es. Dann
stand er vor mir, die Augen aufgerissen, die Pupillen
starr. Ich leuchtete mit einer Lampe in seine
Augen. Nichts. Die Pupillen blieben, wie sie waren.
Das Licht zeigte keine Wirkung.
Willem: Wie unheimlich.
Alfons: Ja, einen Moment lang glaubte ich wirklich,
der Teufel starrt mich an. Ich bat die Eltern, ihren
Sohn wieder mitzunehmen. Ich wollte und musste
nachdenken. Denn das war eine neue Erfahrung für
mich. Ich kannte einen Priester, der offiziell von der
Katholischen Kirche als Exorzist ordiniert war.
Willem: Heißt das, die Kirche hat offizielle
Teufelsaustreiber?
Alfons: Ja. Im Grunde kann jeder Priester einen Exorzismus
durchführen, doch da es etwas sehr Spezielles
ist, überlässt man das im Allgemeinen den
Fachleuten. Und diese Spezialisten werden von
Rom ordiniert.
Willem: Das bedeutet also, daß jedes katholische Land
seine offiziellen Exorzisten hat?
Alfons: Zwei oder drei. Nicht viele. Aber die sind Spitzenleute,
sie haben nicht nur in Theologie promoviert,
sondern auch in Psychologie. Zu jener Zeit
wusste ich das noch nicht, aber diese Leute sind
Experten in allen esoterischen Dingen. Es gibt in Rom fantastische Bibliotheken, wo man alles über
jedes spirituelle und esoterische Thema nachlesen
kann. Das sind wirklich gut ausgebildete Leute. Ich
suchte also den Priester auf und erzählte von dem
Fall des Jungen. Er fragte nach meiner Behandlungsmethode,
und ich erzählte ihm von meinem
Zentrum und der psychiatrischen Homöpathie, und
er hörte mir sehr aufmerksam, sehr interessiert zu,
sagte selber aber kein Wort.
Irgendwann sagte ich: „Jetzt haben wir stundenlang
geredet und Sie wissen mittlerweile alles über
mich. Aber ich weiß nach wie vor nichts über die
Art, wie Sie über Besessenheit denken.“
„Das geht Sie auch nichts an“, sagte er. „Wir sprechen
nicht darüber. Es ist tabu. Sie sollten auch
nicht darüber sprechen.“
Ich sagte: „Na, warum lassen Sie mich dann kommen,
um sich mit mir zu unterhalten?“
„Weil ich von Ihnen lernen wollte“, antwortete er.
„Nett“, sagte ich. „Es war eine lange Reise gewesen.
Aber okay, dann fahre ich jetzt zurück in mein
Büro.“
Aber er sagte: „Nein, lassen Sie uns einen Handel
vereinbaren. Falls Sie den Jungen mit Ihren Mitteln
nicht heilen oder wenigstens beruhigen können …
wie lange würden Sie dafür brauchen?“
„Zwei Wochen“, sagte ich. „Entweder funktioniert
es oder nicht.“
„Dann rufen Sie mich in zwei Wochen wieder an.
Wenn es nicht funktioniert, helfe ich dem Jungen
auf meine Art.“
Wieder zurück, erzählte ich den Eltern, dass ich
Nachforschungen angestellt hätte und zwei Möglichkeiten
sähe. Ich hätte diesen Exorzisten gefunden,
der den Jungen behandeln
könnte, aber ich würde es gerne
lieber selber versuchen. Sie
sagten: „Dann versuchen Sie
es.“
Ich verschrieb dem Jungen
meine Präparate und bat die
Eltern, in der Woche darauf
wiederzukommen. Der Junge
zeigte sein befremdliches
Verhalten übrigens nicht nur
in meinem Sprechzimmer. Zuhause
durfte man ihn nie alleine
lassen, nicht mal für eine
Sekunde, weder auf der Toilette
noch im Bett, denn sobald er
auch nur einen Augenblick allein
war, schlug er alles kurz
und klein. Nachts schlief er nicht, außer auf dem Autorücksitz. Damit er seine
acht Stunden Schlaf bekam, fuhren sein Vater und
seine Mutter ihn abwechselnd die ganze Nacht herum.
Das war die einzige Möglichkeit. Ampeln mussten
vermieden werden, weil er sonst wach wurde
und sich wie ein Verrückter aufführte. Es war der
reinste Psychoterror für die Eltern, und das jeden
Tag. Der Junge konnte einfach nie alleingelassen
werden.
Doch als sie eine Woche später wieder in meinem
Sprechzimmer standen, sagte der Junge plötzlich:
„Ich möchte mit Herrn Ven alleine sein.“ Also das
war schon eine erste Veränderung.
Willem: Eine enorme Veränderung, tatsächlich.
Alfons: Ich bat also die Eltern, das Sprechzimmer zu
verlassen. Der Junge stellte sich vor mich hin und
fi ng an zu weinen: „Ich will Ihnen etwas sagen: Da
ist dieses dicke riesige Monster.“
„Was denn für ein Monster?“
„Das auf dem Buch.“
„Welchem Buch?“
Willem: Er sah also ein großes Monster.
Alfons: Ein riesiges, furchterregendes Monster, das ihn
quälen und verschlingen wollte. „Deshalb“, sagte
er, „habe ich Angst, allein zu sein.“ Aus irgend
einem Grund hatte er das nie einem der Psychologen
gesagt. Und nun gestand er es mir, und allein
das war schon eine Art Erlösung.
„Wann hast du dieses Monster denn zum ersten
Mal gesehen?“
„Da war ich zwei oder drei. Ich war mit meiner
Mutter im Einkaufszentrum.“ Sie hatte ihn mit dem
Kinderwagen vor einem Buchregal geparkt, und auf
einem der Buchtitel war ein Monster abgebildet.
Dieser Anblick hatte ihm eine solche Angst eingefl
ößt, dass er einfach nicht drüber hinweg kam.
Ich bat die Mutter, mit dem Kind in dasselbe Einkaufszentrum
und an dasselbe Regal zu gehen und
ihrem Sohn ein richtig schönes Buch auszusuchen.
Ein wunderschönes Buch mit einem zauberhaften
Einband. Eine Woche später ging er wieder in die
Schule.
Doch das war nicht das Ende der Geschichte. Ich
hatte vergessen, den Priester anzurufen, weil der
Fall gelöst war und die Arbeit im Zentrum sich
häufte. Der Junge war ja wieder in Ordnung. Damit
war die Sache für mich erledigt. Doch da rief
der Priester an: „Wie geht es dem Jungen?“
„Gut. Er geht wieder zur Schule.“
„Unmöglich!“
„Wieso?“
„Bei dem, was Sie mir erzählt haben muss es sich
um Besessenheit gehandelt haben. Wie können diese
schwachen Präparate ihn geheilt haben! Das müssen
Sie mir genau erzählen. Kann ich diesmal zu
Ihnen kommen um darüber zu reden?“ Und dann
kam er, und wir sprachen wieder über meine Methode
und nicht über seine.
Willem: Sie haben also wieder nichts von ihm
erfahren?
Alfons: Nichts. Aber schließlich sagte er: „Ich glaube,
dass Sie den Medikamenten ohne Ihr Wissen etwas
hinzufügen. Anders gesagt: Sie arbeiten vielleicht
unbewusst auf spiritueller Ebene. Ich würde
Ihnen gern jemanden schicken. Eine Frau, die Sie
heilen sollen.“
„Gerne,“ sagte ich. „Mein Zentrum steht jedem offen.“
Er schickte eine Frau, die seit Jahrzehnten
von irgendeinem Wesen besessen war. Ich behandelte
sie auf meine Weise – und sie wurde gesund.
Dann schickte er mir zwei weitere Patienten, danach
vier, dann zehn. Es hörte nicht mehr auf. Am Ende sagte er: „Alfons, ich möchte Sie in die spirituelle
Welt einführen“.
Willem: Ein katholischer Priester sagte das zu
Ihnen?
Alfons: Ja. Und ich erwiderte: „Ich bin überhauptnicht
katholisch. Ich habe sehr liberale Ansichten
über das Leben. Warum nehmen Sie ausgerechnet
mich?“
„Sie wissen es vielleicht nicht“, sagte er, „doch Sie
haben eine besondere, natürliche Begabung. Ich möchte Sie alles lehren, was ich weiß.“ Und dann
verlangte er, dass ich mein Zentrum schloss.
Willem: Warum das?
Alfons: Er erklärte es so: „Sie haben eine Begabung,
die Ihnen umsonst gegeben wurde. Deshalb müssen
Sie sie auch umsonst weitergeben.“
Die Ärzte des Zentrums waren natürlich nicht glücklich.
Sie sagten: „Es läuft doch gerade alles wunderbar
Alfons. Warum wollen Sie plötzlich etwas
anderes machen?“ Ich erwiderte: „Wenn es stimmt,
was der Priester sagt, dass ich unbewusst auf spiritueller
Ebene arbeite, und dass es eine seltene Begabung
ist, die kaum jemand besitzt, nicht einmal
er selbst – wenn das tatsächlich wahr wäre, warum
sollte ich mich dann davor verschließen? Wenn
er mich lehrt, was er weiß, kann ich mir vielleicht
auch endlich selbst helfen.“
Denn möglicherweise, so dachte ich, liegt ja mein
eigenes Problem auch auf spiritueller Ebene. „Wenn
ich also all diese Dinge lerne, kann ich mir entweder
selbst helfen, oder zumindest sagen, dass
es mich nicht weitergebracht hat.“ Und in der Tat:
Über die spirituelle Welt und all diese Dinge Bescheid
zu wissen, hat mir kein Stück geholfen.
Willem: Und wie sah diese Zusammenarbeit aus? Sind
Sie mit dem Priester auf Reisen gegangen?
Alfons: Zuerst kam er mit all diesen Leuten in mein
Zentrum, das ja nun geschlossen war. Dann schickte er mir Leute nach Hause. Und wir sind durch
Flandern gereist und den verschiedensten Erscheinungen
begegnet: Poltergeistern, unterschiedlichen
Formen von Besessenheit, Obsessionen und tiefsten
Qualen. Ich habe die Fälle übernommen, mit
denen er nicht weiterkam, und stets konnte ich sie
heilen – fast schon automatisch.
Willem: Konnte er selber den Menschen denn nicht
helfen?
Alfons: Doch, sicher. Ich sah, wie er für Leute betete.
Und Hand aufl egte. Menschen, die an seine Religion
glaubten, konnte er helfen; ich sah, wie sie sich veränderten.
Aber nach einer Weile kam alles zurück.
Es war meistens überhaupt nicht beständig. Beispielsweise
holte der Priester die Leute von Drogen
herunter, aber wenn er nach drei Monaten wieder
kam, waren sie wieder drauf. Oder andere Leute,
die sagten, sie hätten einen Geist im Haus: Mit seinen
Ritualen vertrieb er ihn, aber nach einer Weile
war es noch schlimmer. Und er sagte zu mir: „Bei
dir ist es anders. Da gehen sie ohne Rituale weg und
kommen auch nicht wieder.“ Er wusste sofort, hier
war etwas Besonderes, etwas Neues für ihn.
Aber ich war ein Ketzer. Und ich war nicht gut fürs
Geschäft, denn ich konnte Dinge tun, die sie nicht
konnten. Der Kardinal verbot plötzlich den Umgang
mit mir. In einem Schreiben an sämtliche Bischöfe
legte er fest, dass ich ein Ketzer sei, dessen Hilfe
man nicht mehr in Anspruch nehmen dürfe. All
dies geschah im Stillen und ohne mein Wissen. Sie
wollten mich loswerden, denn schließlich habe ich
die Menschen nicht zum Christentum oder zum Katholizismus
bekehrt.
Willem: Sie haben sie einfach geheilt.
Alfons: Ja, einfach so und fast schon automatisch. Ich
verstehe durchaus, dass die Kirche um ihre Autorität
fürchtete. Der Priester jedenfalls musste den
Kontakt zu mir abbrechen, und so haben sich unsere
Wege getrennt.
Willem: Und Ihr Zentrum hatten Sie aufgegeben!
Alfons: Kein Zentrum mehr, und mir selbst ging es immer
noch nicht besser. Ich war der große Homöopath
von Antwerpen, jeder kannte mich. Ich konnte
Menschen heilen. Ich war der Exorzist. Ich war alles.
Aber ich selber spürte keine Besserung. Es ist schön,
anderen Menschen zu helfen, doch ich hatte Asthma,
ich hatte Allergien, ich hatte Herzprobleme. Ich
hatte alle möglichen Probleme, und einen Mangel
an Persönlichkeit. Die spirituelle Beschäftigung
und die Homöopathie öffneten mir aber langsam
die Augen dafür, wie die Dinge zusammenhängen,
wie alles miteinander zusammenhängt.
Und während dieser Zeit kam Jan zu mir. Jan war
Rosenkreuzer.
„Ich bin ein Eingeweihter auf höchster Stufe“, sagte
er, „aber das hat mich auch ins Unglück gestürzt,
ich gehe daran kaputt. Meine Frau und meine Kinder
haben mich deswegen verlassen. Es macht mich
immer elender, ich will aus all dem raus.“
Ich erwiderte: „Ich kenne andere Rosenkreuzer,
die solche Probleme nicht haben.“
„Es hat einfach mit der Art der Einweihung zu tun,“
sagte er. „Können Sie mir helfen?“
Etwa zwei Monate später war er „re-programmiert“,
d.h. frei von seiner zwanghaften Vorstellung und
führte wieder ein normales Leben.
„Kann ich Ihnen irgend eine Gegenleistung anbieten?“,
fragte Jan.
Als echter Pragmatiker fragte ich: „Was könnten
Sie denn für mich tun?“
„Nun, ich habe homöopathisches Talent“. Während
des folgenden Gesprächs stellte sich dann heraus,
dass Jan selbst Homöopath war. Er war ein promovierter
Chemiker – und zwar ein exzellenter, und
war außerdem Direktor von Atomkraftwerken gewesen.
Ein brillanter Mann. Und er sagte: ‚Soweit
ich das mit meinem Verständnis der Chemie sagen
kann, wird sie allein Ihnen nicht helfen können.
Aber Alchemie könnte Ihnen vielleicht helfen.“
Willem: Alchemie. Darüber wusste er also auch
Bescheid?
Alfons: Er sagte: „Ja, ich bin Doktor der Chemie und
gleichzeitig Alchemist. Ich praktiziere Alchemie
seit Jahren und habe damit viele interessante Dinge
erlebt.“
Willem: Und als Direktor eines Atomkraftwerks war
er bestimmt kein Spinner.
Alfons: Nein. Später fand ich heraus, dass die Alchemisten
aller Länder sich immer wieder mal treffen.
Es waren zehn oder zwölf. Alle hatten promoviert
in Physik oder auf anderen Gebieten. Manche hatten
zwei oder drei Doktortitel. Das waren nicht
irgendwelche Normalbürger. Und nebenbei praktizierten
sie Alchemie. Jan hatte die Ausübung der
Alchemie wegen seiner spirituellen Seite gestoppt.
Aber er sagte: „Lassen Sie uns darüber reden“. Es
wurde ein ziemlich langes Gespräch. Er blieb fast
fünf Jahre bei mir. Manchmal redeten wir bis drei
oder vier am Morgen.
Willem: Er hat bei Ihnen gewohnt?
Alfons: Er wohnte in unserem Gartenhäuschen und hatte
dort auch sein Labor. Wir lebten also getrennt
auf dem selben Grundstück. Er erzählte mir viel
über die Philosophie hinter der Alchemie, was absolut
bedeutsam für meine jetzige Arbeit mit den
Ven-Präparaten ist. Er erklärte mir: „Alle Dinge
bestehen aus Körper, Geist und Seele. Bei einem
Glas Wein z.B. ist die Flüssigkeit das, was wir sehen
können. Das ist der Körper. Er ist aus dem Gärungsprozess
der Trauben entstanden. Doch in ihm
enthalten sind noch zwei weitere, feinstoffl iche Körper,
die wir nicht sehen können: der Geist und die
Seele des Weins. Wer es versteht zu destillieren,
kann auch den Geist hervorholen. Sobald man den
Alkohol aus dem Wein destilliert, trennt man den
Geist vom Körper.“
Willem: Deshalb heißen also alkoholische Getränke
auch Spirituosen! (Spirit = Geist)
Alfons: Im Deutschen gibt es das Wort „Weingeist“.
Von Jan erfuhr ich auch, dass Alchemie auf Niederländisch
Alscheikunde heißt, was soviel bedeutet
wie: die Kunst, Dinge voneinander zu trennen.
Das ist auch das Erste, was ein Alchemist macht:v
Er trennt Körper, Geist und Seele. Den Körper kann
man sofort wahrnehmen. Die für die Qualität verantwortlichen
Dinge aber sind unsichtbar.
Denn den Alkohol im Wein, der den Geist
darstellt, sieht man natürlich nicht, genausowenig
wie die Seele des Weins, die
ebenfalls zur Qualität beiträgt.
Willem: Alkohol ist also der Geist. Aber
was soll die Seele sein?
Alfons: Jan zeigte es mir. Man kann erst
mit dem Prozess beginnen, wenn der Geist
(Alkohol) von der Flüssigkeit getrennt worden
ist. Die Seele ist dann noch immer im
Wein. Mit Hilfe eines hochkomplizierten
Verfahrens löst man sie heraus. Man erhitzt
den Wein sehr langsam und setzt ihn
einer speziellen Behandlung aus, bei der
die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und
Wasser mitwirken. Dieser alchemistische
Prozess ist äußerst zeitaufwändig, doch er
löst am Ende eine Anzahl unwahrscheinlich
reiner und weißer Kristalle aus dem
Wein. Sie sind die Seele des Weins. Da haben
wir sie dann: die unsichtbare Seele
und den Geist des Weins. Und es sind diese
unsichtbaren Dinge, die das Sichtbare
beeinfl ussen und es steuern.
Und das kam mir bekannt vor! Dasselbe
passierte nämlich bei der Prozessautomatisierung. Früher verliefen die Prozesse pneumatisch
mit komprimierter Luft. Man sah die Luft nicht, aber
sie bewegte die Maschine, öffnete Klappen und Ventile:
Das Unsichtbare steuerte das Sichtbare. Später
gab es dann die elektronischen Systeme: Auch
hier sieht man die Elektronen nicht. Doch in ihrer
Wirkung sind sie wahrnehmbar.
Willem: Man sieht, dass es da ist, ohne es zu sehen.
Alfons: Wenn man den Stecker in die Steckdose steckt,
sieht man die Elektrizität nicht. Ein Kind davon zu
überzeugen, dass Steckdosen gefährlich sind, ist
vergebliche Mühe. Erst wenn es etwas in die Steckdose
steckt und einen kleinen Schlag bekommt, wird
es einem glauben. Das Unsichtbare steuert also das Sichtbare, und als ich mir das klarmachte, konnte
ich anfangen. Es war ja mein Fachgebiet: Dinge
steuern – pneumatisch oder elektronisch. Telemetrie
war mein Beruf gewesen.
Wenn ich das Unsichtbare in mir dazu bringen
könnte, das Physische besser zu lenken, könnte ich
mich selbst vielleicht endlich wieder unter Kontrolle
und mein Leben in den Griff bekommen, neu
beginnen. Nun, als Ingenieur kannte ich mich mit
den entsprechenden Formeln, mit kybernetischen
Wechselwirkungen und Korrelationstechniken gut
aus. Schon 1973 hatte unser Familienbetrieb Prozesscomputer
hergestellt. Und da wir selber auch
mit unseren Computern arbeiteten, war ich Experte
auf diesem Gebiet. Jetzt fragte ich mich, ob man
wohl auch in sich selbst einen Befehl eingeben, sich
selbst steuern könnte. Die Frage war nur, wie ich
diesen Befehl in mein körperliches System einspeisen
konnte. Die Lösung war nicht leicht, aber nach
langem Probieren kam ich dahinter.
Willem: Sie haben die Lösung also nicht über die Alchemie
und die Homöopathie entdeckt?
Alfons: Nein. Aber beide Bereiche haben mir fundamentale
Ideen vermittelt. Alles Existierende, d.h.
jedes Molekül, jedes Atom, besteht aus Körper,
Geist und Seele. Selbst das kleinste vorstellbare
Teilchen weist diese drei Formen auf. Der Gedanke,
dass das Unsichtbare das Sichtbare lenkt, hat mir die Augen geöffnet, vielleicht auch, weil es ja
im Grunde mein Fachgebiet war.
Wissen Sie, in diesem Interview geschieht dasselbe:
Wir halten unsere Stimmen auf Band fest. Stimmen
kann man weder sehen noch anfassen, doch
sie bewegen sich durch den Raum. Sie wandern
durch Drähte, und man kann sie auf Tonträgern
aufzeichnen. Wie das passiert, ist nicht erkennbar.
Es ist etwas Abstraktes. Abstrakt werden sie
abgespeichert, um für den Zuhörer später wieder
zu sinnlich wahrnehmbaren Stimmen zu werden.
Das ist keine Zauberei, es ist Wissenschaft. Es ist
unsichtbar, aber nicht magisch. Für die klassische
Wissenschaft, die sich nur mit stoffl ichen Dingen
beschäftigt, ist das schwer zu erfassen. Dabei erleben wir selbst Tag für Tag, wie das Unsichtbare
das Sichtbare, das Physische und Greifbare lenkt.
Willem: In der medizinischen Forschung wird die Wirkung
von Gedanken und innerer Einstellung auf den
Krankheitsverlauf immer mehr hervorgehoben. Angeblich
sterben mehr Patienten an der Diagnose als
an der Krankheit selbst. Sobald man hört, dass es
keine Hoffnung mehr gibt, wird das Immunsystem
um 80 Prozent geschwächt. Die Auffassung, dass
eine innere Haltung einen krank macht, weist also
in die gleiche Richtung: Auch eine Idee ist abstrakt.
Man kann sie nicht sehen.
Alfons: Das ist eine Verdrehung der Tatsachen. Sie übertreiben.
Natürlich kann eine Überzeugung tödlich
sein, natürlich führt die Fehlinterpretation einer
Situation in die Irre. Das funktioniert aber nicht
immer so. Nehmen wir nur mal den Begründer der
Homöopathie, Samuel Hahneman. Niemand wird
abstreiten, dass er ein Genie war. Der Mann war
ein Genie! Die Art seines Arbeitens, wie er Dinge
organisierte, was er entdeckte – all dies war genial.
Hahneman war Schüler von Hufeland, einem deutschen
Landsmann und Alchemisten. Hufeland hatte
mehrere Alchemiestudenten um sich, und Hahnemann
lag mit seinen Heilerfolgen nicht gerade an
der Spitze. Als aber Hahnemann, der also auf alchemistischem
Weg nicht heilen konnte, behauptete:
Alles spielt sich im Geist ab, wies Hufeland ihm
die Tür. Er sagte: „Wenn Sie nicht heilen können, seien Sie demütig und sagen Sie sich: ‚Ich kann es
nicht‘, und dann forschen Sie weiter! Schieben Sie
die Schuld nicht auf den Geist!“
Willem: … oder auf die Seele …
Alfons: Ja, und genau das tun wir heute in der Schulmedizin.
Wenn Sie sich einmal mit einem Psychiater
unterhalten (was ich häufig tue, weil ich mit
verschiedenen Spezialisten zusammenarbeite), wird
Ihnen jeder erklären, dass wir wunderbare Diagnosen
erstellen können und präzise wissen, was
vorgeht, aber sobald es praktisch wird, wissen wir
im Grunde nichts.
Willem: Und wenn etwas wirkt, ist es meist der
Placebo-Effekt.
Alfons: Placebo wirkt weil es Suggestion ist. Und plötzlich
wird behauptet: Alles ist Suggestion. Aber die
Ärzte machen damit denselben Fehler wie Hahnemann.
Weil sie nicht in der Lage sind zu heilen, behaupten sie einfach: Es ist die Seele. Oder stellen
Sie sich vor: Ein Mann hat Magenkrebs. Ein Hüne
von Lastwagenfahrer. Der Krebs ist unheilbar, und
er wird depressiv, denn er hat drei oder vier Kinder
zu Hause, denen er irgendwie beibringen muss,
dass er sterben wird. Was wird dann aus ihnen
und seiner Frau? Und da haben wir schon den Teufelskreis.
Die Ärzte erklären ihm: „Das Geschwür
ist entstanden, weil Sie depressiv sind.“ Man könne
ihm nicht helfen, weil es ja etwas „Seelisches“
sei. Mit den New Age Prinzipien ist es übrigens
ganz ähnlich: „Alles entsteht im Kopf“. Das hieße,
dass entweder die Seele über der Materie stünde,
oder dass es etwas Spirituelles wäre – und das ist
unrealistisch.
Willem: Es ist höchstens teilweise wahr.
Alfons: Für einen umfassenden Überblick habe ich nicht
genug Sachkenntnis, doch von den Erfahrungen,
die ich bisher machen durfte, würde ich schätzen,
dass etwa 80 Prozent aller Beschwerden körperliche
Gründe haben, 10 Prozent psychosomatische und ein
kleiner Rest geistige. Wenn man nicht die richtige Ursache für den jeweiligen Fall herausfindet, kann
es geschehen, dass man jemanden falsch behandelt.
So wie es mir z.B. passiert ist, dem sechsjährigen
Jungen und vielen anderen Menschen.
Ein anderes Beispiel: Einmal kam eine Frau in meine
Praxis, die seit 25 Jahren unter einer zyklischen
Psychose litt. Was das genau bedeutet? Nun, stellen
Sie sich vor: Wir unterhalten uns, ganz normal, und
plötzlich sagt sie: „Oh, eine Orange! Ich bin Sissy,
die Kaiserin von Österreich.“ Für die nächste halbe
Stunde gab sie nur solchen Unsinn von sich, und
dann, schnappte sie plötzlich wieder aus und redete
normal weiter, als wäre nichts gewesen. Seit
25 Jahren hatte sie das, und 15 Jahre davon war
sie in Behandlung, natürlich wegen Psychose. Als
ich sie fragte, was denn vor 26 oder 27 Jahren passiert
sei, sagte sie: „Da hatte ich eine ernste Eierstockentzündung.
Man musste sie mit Antibiotika
behandeln. Als die Entzündung abklang, bekam
ich die Psychose.“
Ich verschrieb ihr ein Präparat zum Einnehmen.
Die feinstoffl ichen Ausdrucksformen jener Eierstockentzündung
waren nämlich noch immer vorhanden
– der Geist und die Seele der Krankheit.
Was die Frau so belastete, war die unsichtbare
Krankheit. Die hatte sie noch nicht überwunden.
Und die konnte ich heilen. Vier oder fünf Tage nach
Behandlungsbeginn fing ihr Körper plötzlich an,
sich furchtbarer Dinge zu entledigen. Und das war
dann das Ende ihrer Psychose.
Willem: Heißt das also, dass auch wenn die körperliche
Ausdrucksform Krankheit geheilt und verschwunden
ist, der Geist und die Seele der Krankheit noch
zurückbleiben könnten?
Alfons: Ja. Und genau das tun sie normalerweise auch,
es sei denn, unsere eigenen subtilen Energien sind
in Kontrolle. Wenn nicht, dann bekommt man all
diese chronische Krankheiten, so wie Sie Ihr Asthma,
das mit einer Infektion im Kindesalter begann.
Jene Zeit war auch die Geburtsstunde der Antibiotika,
und damit hat man Ihre Infektion auch geheilt.
Das heißt: Die Antibiotika haben den Körper der Krankheit aufgebrochen, die weißen Blutkörperchen
haben ihn dann zerstört, aber Geist und
Seele der Krankheit sind währenddessen ausgeströmt.
Wenn Geist und Seele der Krankheit davonkommen,
müssen die eigene Seele und der eigene
Geist sie überwinden. Sind sie zu schwach dazu,
dann ist das Resultat eben Asthma oder eine andere
chronische Krankheit.
Ein bekannter holländischer Psychiater bat mich
um einen Vortrag in seiner Klinik. Ich begann den
Vortrag wie folgt: „Würden Sie meine Präparate verschreiben,
die sich nicht die sichtbaren, sondern die
unsichtbaren, feinstoffl ichen Ausdrucksformen der
Krankheit vornehmen, nämlich die Seele und den
Geist der Krankheit, dann könnten sechzig Prozent
all Ihrer psychisch Kranken innerhalb von sechs
Monaten gesund werden. Dafür lege ich meine Hand
ins Feuer. Die übrigen vierzig Prozent müssten wir
uns genauer anschauen …“
Willem: Wieder haben wir also die feinstofflichen Ursachen,
die von der traditionellen Diagnostik nicht
entdeckt werden.
Alfons: Ja, weil sie unsichtbar sind. So, wie man im
Wein auch nicht den Alkohol und die Kristalle sehen
kann. Die Kristalle sind nicht darin enthalten.
Erst ein langer Prozess bringt sie zum Vorschein.
Und dasselbe gilt für unser Blut. Auch dort bilden
sich Kristalle, weil Blut ein Strom ist, Hitze, ein
Fließen, in dem die feinstoffl ichen Formen sich
aneinander reiben. Pausenlos fi nden alchemistische
Vorgänge in unserem Blut und Körper statt,
und jedesmal werden Geist und Seele dabei freigesetzt,
die dann unsere Beschwerden heilen können.
Sind sie allerdings nicht der Lage dazu, könnte es
für uns sogar tödlich enden, zumindest aber machen
die unsichtbaren Formen der Krankheiten
uns krank. Das ist das ganze Geheimnis. Nehmen
wir den AIDS verursachenden HI-Virus. Stellen Sie
sich ein Wasserglas vor, in dem Milliarden von HIViren
schwimmen. Ein einziger Tropfen Chlor tötet
sie alle. Aber ist das wirklich so? Leider ist es
nicht ganz so einfach, denn das Chlor tötet nur den
Erregerkörper.
Willem: Dessen Geist und die Seele jedoch nicht …
Alfons: Genau, sobald der HI-Virus in einen menschlichen
Körper eingedrungen ist, braucht dieser Körper
sehr lange, um den Geist und die Seele dieser
Krankheit zu überwinden.
Willem: Aber wie lässt sich feststellen, ob der Geist und
die Seele der Krankheit noch vorhanden sind?
Alfons: Sie haben mir anvertraut, dass Sie an Asthma
leiden. Und als Kind hatten Sie Milchschorf, eine
Pilzerkrankung, eine Art Ekzem. Diese beiden Dinge
gehören zusammen. Unterdrückt man eins, fördert
man nicht selten das andere. Meine Präparate
greifen die feinstoffliche Form der Krankheit an,
und das Asthma verschwindet. Wenn 60 Prozent
aller Krankheiten durch die unsichtbaren, subtilen
Ausdrucksformen der Krankheit entstehen,
können die übrigen 40 Prozent Folge beruflicher,
privater oder religiöser Konflikte sein. Oder einer
traumatischen Erfahrung wie einem Schlag auf den
Kopf oder einen elektrischen Schlag wie bei mir.
Solche Erlebnisse graben sich tief in unser Gehirn
ein. Zuvor aber werden sie in eine feinstoffliche
Form übersetzt.
Oder denken wir einmal an Menschen, die eine
Schwermetallvergiftung haben. Ihnen werden Mittel
zur Entgiftung verschrieben. Doch selbst wenn
die körperliche Form des Metalls verschwunden
ist, bleibt doch seine feinstoffliche zurück. Das ist
der Grund, weshalb man eine Nickel- oder Amalgamallergie
entwickelt. Der Körper kann diese
Metalle nicht vertragen, weil die energetische Erinnerung
an sie im Körper bestehen bleibt, solange
nicht auch ihre feinstofflichen Ausdrucksformen
beseitigt werden.
Willem: Hieße das, dass nur ein Bruchteil DNS sichtbar
wäre?
Alfons: Ja, etwa drei Prozent.
Willem: Drei Prozent? Und der Rest, also das, wovon
wir gelenkt werden, stellen den Geist und die Seele
der DNS dar?
Alfons: Und die unsichtbaren 97 Prozent steuern das
Sichtbare. Natürlich kann man die DNS schneiden,Gentechnik ist gut. Wenn ein Kind wegen eines
Gen-Defekts unter einer Krankheit leidet, kann
man diese Gene separieren, mit fehlerfreiem Genmaterial
ersetzen und so das Kind heilen. Das ist
Wissenschaft. Das ist gut. Aber ändert es etwas an
der Fähigkeit zur Kontrolle?
Schauen wir uns doch einmal den Stoffwechsel an.
Er hat drei Kanäle für Input und drei für Output.
Die Inputs sind (1) Atemluft, (2) Nahrung und (3) die
uns umgebenden elektrischen und elektromagnetischen
Felder, der Einfluss der Planeten usw. Und
dann die Outputs: (1) Verbrennung von Luft und
Nahrung gibt uns Energie sorgt für (2) Erneuerung
und (3) erzeugt aber auch Abfallstoffe wie Urin, Kot
und Schweiß – Giftstoffe, die wieder ausgeschieden
werden müssen. Wenn unser Stoffwechsel nicht gut funktioniert, können wir uns bis ans Lebensende
ausgewogen ernähren und Nahrungsergänzungsmittel
einnehmen und immer noch bei schlechter
Gesundheit sein, solange unsere Kontrolle über den
Stoffwechsel nicht richtig funktioniert.
Die Aufnahme- und Umwandlungsprozesse werden
von unserem inneren Steuersystem gelenkt. Nach
einem allzu üppigen Mahl stellt dieses System sicher,
dass der Überschuss wieder ausgeschwitzt
oder auf andere Weise ausgeschieden wird. Der
pH-Wert wird durch die Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration
im Blut präzise gesteuert. Alles
wird bis ins Kleinste geregelt. Unsere Körpervorgänge
stellen ein höchst beeindruckendes Kontrollsystem
dar, doch alles ist unsichtbar, ganz wie
bei pneumatischen und elektronischen Prozessen:
Man sieht zwar nicht, wie es funktioniert, aber es
funktioniert.
Willem: Wirkt Ihre Methode auch bei Tieren und
Pflanzen?
Alfons: Mit Pfl anzen habe ich bisher nur wenig Erfahrung,
aber es müsste auch dort funktionieren. Es
funktioniert überall. Tiere sprechen gut auf meine
Methode an. Ich habe mich an einen Landwirt gewandt,
um meine Präparate an Rindern zu testen,
und die Ergebnisse waren mehr als erfreulich. Als
ich anfi ng, waren es ganz normale, durchschnittliche
Rinder. Vier Jahre später gewannen sie in
Belgien alle ersten Preise. Alles ohne Impfungen, ohne Antibiotika, sondern nur mit den Präparaten.
Wir haben Embryos therapiert und wieder in
den Mutterleib eingepflanzt. Wir waren die Ersten,
die auf diesem Gebiet Erfolge aufweisen konnten.
Es funktionierte wie durch Zauberhand, jedesmal.
Normalerweise dauert es Jahrzehnte, qualitativ
hochwertigeres Nutzvieh zu züchten. Wir
schafften es in vier Jahren. Alles rein technisch
und wissenschaftlich.
Dann kamen natürlich die Veterinärmediziner, um
mit uns zusammenzuarbeiten. Ich lehnte mit der
Begründung ab, dass ich nur mit dem jeweiligen
Bauern zusammenarbeite um zu lernen und zu zeigen,
dass die Präparate funktionieren. Einem Rind
kann man keine innere Einstellung einreden. Es
nützt auch nichts, ihm ein Placebo zu geben.
Willem: Auch bei Kleinkindern würde das nichts nützen
…
Alfons: … oder bei Menschen im Koma oder Alzheimerpatienten.
Sie sprechen auf Tricks nicht an. Auf meine
Präparate reagieren Alzheimerpatienten jedoch
gut und werden sanft in die Wirklichkeit zurück
gebracht. Meine Methode könnte in den verschiedensten
Bereichen mit Erfolg angewandt werden.
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